20.12.08

Hugo Ball: Intermezzo

Intermezzo

Ich bin der große Gaukler Vauvert.
In hundert Flammen lauf ich einher.
Ich knie vor den Altären aus Sand,
Violette Sterne trägt mein Gewand.
Aus meinem Mund geht die Zeit hervor,
Die Menschen umfaß ich mit Auge und Ohr.

Ich bin aus dem Abgrund der falsche Prophet,
Der hinter den Rädern der Sonne steht.
Aus dem Meere, beschworen von dunkler Trompete,
Flieg ich im Dunste der Lügengebete.
Das Tympanum schlag ich mit großem Schall.
Ich hüte die Leichen im Wasserfall.

Ich bin der Geheimnisse lächelnder Ketzer.
Ein Buchstabenkönig und Alleszerschwätzer.
Hysteria clemens hab ich besungen
In jeder Gestalt ihrer Ausschweifungen.
Ein Spötter, ein Dichter, ein Literat -
Streu ich der Worte verfängliche Saat.

– Hugo Ball (1886-1927)

Updatitis

Definition:
A recent, virulent, rapidly spreading disease.
Symptoms:
You're happily working along on your computer when suddenly a window pops up informing you that update xxx needs to be installed. In some instances, the window can neither be nixed nor moved, covering up what you are working on. Moreover, it may display a message to the extent that another security leak at port xxx has been discovered, leaving you wide, wide open to potential hacker attacks.
Effects and side effects:
Loss of space on your hard disk, loss of time, e.g. due to having to reboot your computer, stress, anger, anxiety, uncertainty as to what is happening to your computer and who really owns it.
Remedy:
None.
Most common strains:
Microsoft, Adobe, Apple, Real, WinAmp and many, many more.
Suspected cause:
Massive failures to get it right the first time around.
Final word of advice:
Do not believe for a minute that you are able to keep on doing whatever you were doing while update xxx is installing itself. Some people have lost their hard disks that way.

17.12.08

Gratulationskarte

Diese anonyme Postkarte flatterte heute bei mir ins Haus. Was tun? Besserung geloben?

16.11.08

Maria Luise Weissmann: Karneval des Unbeschwingten

Karneval des Unbeschwingten

Ach, ich war mir ganz entlaufen,
Tanzte fremd im fremden Land
Und sie wollten mich schon taufen:
Einer doch den Namen fand,

Der mich rief, wie sie mich nannten
Damals, einst, vor langer Zeit...
Und ich wußte: sie erkannten
Unter dem gemalten Kleid

Doch den Fremdling, der verblieben,
Nun sich selber unbekannt.
Sein verstoßnes Herz zu lieben
Stand er rot an einer Wand.

– Maria Luise Weissmann (1899-1929)

Ein suggestives und rätselhaftes Gedicht einer Autorin, von der ich anlässlich dieses Gedichts zum ersten Mal hörte. Weiteres bei wortblume.de.

End Game

This ultrashort play by James Steerforth makes use of certain themes in Samuel Beckett’s well-known play ‘Fin de partie’ (1956), the English title of which is Endgame, for its own, hopefully somewhat amusing purposes.
The Pocket Play Series No. 1. 2007, paperback, 8 pages, $9.34, $5.00 (download). Published with Lulu. Can be ordered directly from the publisher.

21.10.08

Spamutations

In my effort to trace the latest trends and fashions in spam, I've collected a few of the messages that have come in during the last month or so.

Many of them do not seem to have any purpose at all (except to possibly annoy) because they neither advertise a product nor contain any clickable links.

Here are some shining examples:

From ner-maps-forum@maps.org:
kirk
dirk lucky
From part1.07050000.05040004@rivieramaya-today.com:
bob
wei-ning havivah
From jackflash4x@northstate.net:
rita
elvira dan
From heathiaarethan3os@ms18.hinet.net:
hok
harkin gino
From herbert.b.knight.51@alum.dartmouth.org:
evie
olaf chance
Nice collections of names, I must admit. Perhaps I should continue collecting these spams and some day put together a book of first name suggestions for parents to be.

Here's what arrived today, with the subject "Dont be left behind because of bad health":

Urgent question of the night.

That one came from my dear concerned but, alas, unknown friend Ephrayim Gordon at chriscasey03@goliat.com.

An urgent question of whatever indeed!

17.10.08

Was krekkt da so durch's Reimgeflikke?

Der kekke Lachgekk koaxet / krekkt und quakkt /
Des Krippels Krükkenstokk krokkt / grakkelt / humpt und zakkt /
Des Gukkuks Gukken trotzt dem Frosch und auch die Krükke.
Was knikkt und knakkt noch mehr? kurtz hier mein Reimgeflikke.

– Johann Klaj (1616-1656)

Ein Reimgeflicke von Christian Morgensterns barockem Uronkel. Lag heute Morgen in der Lyrikmail. Es ist immer wieder erstaunlich, was Gregor Koall für seine täglichen Gedichtsendungen entdeckt.

14.10.08

Max Dauthendey: Vollmond

Vollmond

Gelbes Eis
Und grüne Nebel.

Kranke Kallablüten leuchten.
Von den bleichen Bechern rinnet
Goldnes Öl in sanften Strömen.

Warmer Moder,
Nackte Schädel.
Über weiße Marmorwüsten
Fliehen lautlos
Schwarze Schwäne.

– Max Dauthendey (1867-1918)

Schon eine eigenartige Vollmondstimmung, die Dauthendey da einfängt. Aber sehr bildhaft und durchaus plausibel.

28.9.08

Rainer Maria Rilke: Archaic Torso of Apollo

Archaic Torso of Apollo

We did not know his head of such unheard-of fame
wherein the orbéd eyes matured. Even so,
his torso, candelabrum-like, still is aglow,
and there his gazing, merely set low-flame,

persists and glitters. For otherwise the incurvation
of the chest could never so bedazzle you, nor indeed,
could from the loins’ soft turning a smile proceed
to that midpoint which once bore procreation.

Otherwise this stone tortured and squat would stand
beneath the shoulders’ lucent sweep, and
would not shimmer like a coat of sable;

nor would it burst forth from all its margins, rife
with the light of stars: for there is not one site unable
to perceive you. You have to change your life.

– Rainer Maria Rilke

Translated by Thomas Geydan. Translation copyright © 2008 by Thomas Geydan, published here with the translator’s kind permission.

Also in Thomas Geydan's translation: Spanish Dancer

An interesting link about translating Rilke ("Rilke translation has become an industry...")

Richard Dehmel: Die Schaukel

Die Schaukel

Auf meiner Schaukel in die Höh,
was kann es Schöneres geben!
So hoch, so weit! Die ganze Chaussee
und alle Häuser schweben.

Weit über die Gärten hoch, juchhee,
ich lasse mich fliegen, fliegen;
und alles sieht man, Wald und See,
ganz anders stehn und liegen.

Hoch in die Höh! Wo ist mein Zeh?
Im Himmel! ich glaube, ich falle!
Das tut so tief, so süß dann weh,
und die Bäume verbeugen sich alle.

Und immer wieder in die Höh,
und der Himmel kommt immer näher;
und immer süßer tut es weh -
der Himmel wird immer höher.

– Richard Dehmel (1863-1920)

Eine sehr sinnennahe Beschreibung des Schaukelns – ich glaubte, ich säße selbst auf einer dieser altbewährten Konstruktionen aus Brett und Seil.

24.9.08

Eigentlich

wollte ich etwas schreiben
über gerade erfundene Gedanken
zu den potenziellen
Nahrungsmittelselektionsgebräuchen
einer in Klagenfurt geborenen
neueren Dichterin im Vergleich
zu meinen eigenen, kam dann
aber zur schlagenden Erkenntnis,
dass das nichts geworden wäre als
ein bisschen Lärm um nichts

– Iself (© 2008)

Geschrieben in Antwort auf genau das, als Bloßlegung eines “Missstandes”.

28.8.08

Rainer Maria Rilke: Spanish Dancer

Spanish Dancer

As a struck match, before becoming flame, white
flickering tongues in all directions sends,
so, bystanders looking on, unfolds her dance: bright,
hot and hurried, a circular rite,
pulsating with passion, and intense.

And suddenly it is fully aflare.

With just a glance she lights her hair,
and then, with daring art, turns her entire
dress into this flaming ball of fire,
from which, each like a startled snake,
her naked arms dart, rattling and awake.

Then, deeming too close the lambent heat,
she gathers all of if it together and flings it to her feet
with an imperious gesture, haughtily gazing.
There it lies on the floor, enraged and blazing,
and burning still, refusing to retire.
But, confident of victory, her smile assured and sweet,
she lifts her face as if in greeting to the fire,
and stamps it out with solid little feet.

– Rainer Maria Rilke

Translated by Thomas Geydan, published here by kind permission of the translator. Copyright by Thomas Geydan.

30.7.08

Poetische Moden

Kurze Beispiele verschiedener Poetik-Schreibweisen

1. Fußgängermodus

Ein Auto fuhr zügig auf der Autobahn dahin

2. Aufgepeppter Fußgängermodus

Ein Benz bretterte auf der A81

3. Verfremdeter Fußgängermodus

Aus dem rechten Augenwinkel sprang ein Mercedes mit abgedunkeltem Fahrer heran

4. Abgehobener Modus

In einem Zustand zwischen Ekstase und Muskelkrampf

5. Metaphysischer Modus

Unsägliche Leidenschaft auf rasender Fläche

6. Freewheeling-Modus mit kaum mehr wahrnehmbaren Objekten

Roter M., du fährst so stulle

Längere Gedichte zur Illustration dieser und anderer Modi sind willkommen.

24.7.08

Nach einer Modeschau

Nach einer Jungen Mode-/Poetikschau
wurden auf der Autobahn von Berlin
auswärts ein paar Bretter gefunden.

Habe ich das in der Zeitung gelesen,
geträumt oder nur verwandelt?
Jedenfalls ging's auch noch um eine

Richterin, die darin verwickelt war.
Ein roter Seat mit Kennzeichen GP,
zu spät gekommen, spielte auch

eine Rolle, sowie vier Stanzen,
in einer Reihe angeordnet und
krachend taktisch produzierend.

– Iself

23.7.08

Aus dem Nichts

... ohne was sagen zu wollen

Dabei doch ein Drängen, etwas zu sagen
aus nicht näher spezifizierten Gründen

Eine chemische Sprachübung – die
Ingredienzen müssen passen –

es sollte nichts überschäumen,
explodieren –

oder doch?

– Iself

6.7.08

Robert Graves / Sie spricht zu ihrem Schatz

Sie spricht zu ihrem Schatz


Sie spricht zu ihrem Schatz noch halb im Schlaf,
In dunkler Stunde,
Im Flüstern halber Worte:
Die Erde rührt sich in ihrem Winterschlaf,
Lässt Gras und Blumen sprießen
Unter Schnee,
Unter fallendem Schnee.

Robert Graves (1895-1985)

Ins Deutsche übertragen von Johannes Beilharz, der dazu schreibt:
Dieses Gedicht (hier das Original) schlummerte seit Juni 2006 auf meinem Computer, wo ich es wohl mit der Absicht einer Übertragung gespeichert hatte. Heute, mitten im Sommer, stolperte ich auf der Suche nach etwas anderem darüber und fühlte mich trotz falscher Jahreszeit beschwingt, die Übersetzung anzugehen.

She Tells Her Love

She tells her love while half asleep,
In the dark hours,
With half-words whispered low:
As Earth stirs in her winter sleep
And puts out grass and flowers
Despite the snow,
Despite the falling snow.

Robert Graves (1895-1985)

A poem by one of the grand old men of British 20th century poetry, perhaps now remembered not so much for his poetry but his historical novel I, Claudius about the Roman emperor.

4.7.08

Deiner Liebe Purpur

Heute ohne weiteren Kommentar ein Auszug aus dem Gedicht Die Sonne sinkt von Friedrich Nietzsche:

2.

Tag meines Lebens!
die Sonne sinkt.
Schon steht die glatte
Flut vergüldet.
Warm atmet der Fels:
schlief wohl zu Mittag
das Glück auf ihm seinen Mittagsschlaf?
In grünen Lichtern
spielt Glück noch der braune Abgrund herauf.

Tag meines Lebens!
gen Abend gehts!
Schon glüht dein Auge
halbgebrochen,
schon quillt deines Taus
Tränengeträufel,
schon läuft still über weiße Meere
deiner Liebe Purpur,
deine letzte zögernde Seligkeit.

– Friedrich Nietzsche (1844-1900)

Aus: Dionysos-Dithyramben.

24.6.08

Der Sternenesser

Den Vater sah ich dort, einen Stern im halb offenen Mund, grübelte er.
– Marjana Gaponenko
Aus war's mit dem Grübeln!
Der lembergische Vater fiel unverhofft
aus seinem chagallisch-verwunschenen Baum
(einer Art Korkenziehereiche)

Allerdings ...
Er hatte einen ganzen Stern bestellt,
nur einen halben bekommen,
und der schmeckte auch noch griesig

– Felix Morgenstern

3.6.08

Slim Siamese asks Tessa Terrier out

When he asked for a date
she said maybe better wait

and consult a doctor to see
whether we could ever have a family

– Felix Morgenstern

Written for Mad Kane's Dates and Dating prompt.

Rüde Behandlung

... ein Gedicht durch die Zähne zu rotzen ...
(Lydia Daher)

Heute in einer E-Mail als Zitat aus einem Gedicht gelesen.

Sollte man nicht selbst einem Gedicht eine bessere Behandlung angedeihen lassen? Außerdem steht das Rotzen in der Regel auch eher mit der Nase in Verbindung als mit dem Mund.

Deshalb frischauf in den Tag mit einem auf normalem Weg gehauchten oder auch nur angedachten Gedicht.

27.5.08

22.5.08

Georg Heym zu Fronleichnam

Immer wieder vergesse ich, was diese aus einer älteren, uns heutigen Deutschen nicht mehr vertrauten Sprache stammende Feiertagsbezeichnung eigentlich bedeutet. Die Wikipedia schreibt unter anderem:
Fronleichnam (von mittelhochdeutsch: vrônlîcham, vrônlîchname, das aus der vrône lîcham entstanden ist, was “Leib des Herrn” bedeutet; kirchenlat.: Corpus Domini), offiziell “Hochfest des Leibes und Blutes Christi”, regional auch Prangertag oder Blutstag genannt, ist ein Fest im römisch-katholischen Festjahr, mit dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird.
Als Nichtkatholik und Skeptiker in kirchlichen Belangen empfinde ich “leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie” als theologische Phrasendrescherei und keine wirkliche Antwort, sondern einen Hinweis darauf, mich gefälligst in puncto Sakrament und Eucharistie schlau zu machen, was ich aber nur ungern tun würde. Wie es irgendwo so schön heißt, steht vor den Toren des Himmels abwehrend ein Priester mit seiner Theologie.
Ich ziehe es vor, mit Georg Heym an einer lebendigen Prozession teilzunehmen, die mir heute per Lyrikmail ins Haus flatterte.

Fronleichnamsprozession

O weites Land des Sommers und der Winde,
Der reinen Wolken, die dem Wind sich bieten.
Wo goldener Weizen reift und die Gebinde
Des gelben Roggens trocknen in den Mieten.

Die Erde dämmert von den Düften allen,
Von grünen Winden und des Mohnes Farben,
Des schwere Köpfe auf den Stielen fallen
Und weithin brennen aus den hohen Garben.

Des Feldwegs Brücke steigt im halben Bogen,
Wo helle Wellen weiße Kiesel feuchten.
Die Wassergräser werden fortgezogen,
Die in der Sonne aus dem Bache leuchten.

Die Brücke schwankt herauf die erste Fahne.
Sie flammt von Gold und Rot. Die Seidenquasten
Zu beiden Seiten halten Kastellane
Im alten Chorrock, dem von Staub verblaßten.

Man hört Gesang. Die jungen Priester kommen.
Barhäuptig gehen sie vor den Prälaten.
Zu Flöten schallt der Meßgesang. Die frommen
Und alten Lieder wandern durch die Saaten.

In weißen Kleidchen kommen Kinder singend.
Sie tragen kleine Kränze in den Haaren.
Und Knaben, runde Weihrauchkessel schwingend,
Im Spitzenrock und roten Festtalaren.

Die Kirchenbilder kommen auf Altären.
Mariens Wunden brennen hell im Licht.
Und Christus naht, von Blumen bunt, die wehren
Die Sonne von dem gelben Holzgesicht.

Im Baldachine glänzt des Bischofs Krone.
Er schreitet singend mit dem heiligen Schrein.
Der hohe Stimmenschall der Diakone
Fliegt weit hinaus durch Land und Felderreihn.

Der Truhen Glanz weht um die alte Tracht.
Die Kessel dampfen, drin die Kräuter kohlen.
Sie ziehen durch der weiten Felder Pracht,
Und matter glänzen die vergilbten Stolen.

Der Zug wird kleiner. Der Gesang verhallt.
Sie ziehn dahin, dem grünen Wald entgegen.
Er tut sich auf. Der Glanz verzieht im Wald,
Wo goldne Stille träumt auf dunklen Wegen.

Der Mittag kommt. Es schläft das weite Land,
Die tiefen Wege, wo die Schwalbe schweift,
Und eine Mühle steht am Himmelsrand,
Die ewig nach den weißen Wolken greift.

Georg Heym (1887-1912)

18.5.08

Dark - Earthy - Incredibly Good


Rough draft for introductory marketing campaign of new dark chocolate-based "Mole" candy brand.

Marketing will focus on the three pillars of strength of the brand philosophy:
  • Dark
  • Earthy
  • Incredibly Good
Discovered and posted for Photo Hunt 110 / Candy.

17.5.08

Kleines Handbuch des Verhörens

Vor einigen Tagen stand ich in der Stadtteilbuchhandlung wartend an der Theke und mein Blick fiel magisch angezogen auf das oben abgebildete kleine Handbuch des Verhörens. Der weiße Neger Wumbaba sagte mir etwas und auch nichts – eine Verwandte hatte mich neulich gefragt, ob ich von diesem Buch schon gehört hätte. Wegen des irgendwie altmodisch anmutenden Titels hatte ich angenommen, es müsse sich um ein älteres Buch handeln, vielleicht aus den Zwanziger- oder Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts, als derartige Exotismen ja irgendwie beliebt waren.

Ich blätterte ein bisschen und entdeckte zu meinem Entzücken, dass es sich um ganz und gar köstliche Verhörer bekannter Lied- und Gedichttexte handelt.

Als Kostprobe sei lediglich die titelgebende Variante eines Liedes von Matthias Claudius genannt:
Der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
der weiße Neger Wumbaba.
(Im Originalton heißt es, für die, die das Lied nicht kennen: "der weiße Nebel wunderbar".)

Das Buch enthält viele weitere Verhörer und amüsante Geschichten, die sich um sie ranken, und sei unbedingt zum Kauf und Lachen oder auch als kleines Geschenk empfohlen.

Erhältlich im Buchhandel oder Online-Buchhandel, z.B. bei Amazon. Ein weiterer Band – "Der weiße Neger Wumbaba kehrt zurück" – erschien 2007.

Inner warning

The more that inner warning sign flashes
the more you’re attracted like a moth to the flame.
How many phoenixes do you want from the ashes?
Aren’t you getting tired of this destructive game?

– Felix Morgenstern (© 2008)

Missed the formal point again by presenting neither limerick nor haiku for Mad Kane’s This is a warning. Contentwise, however, I'm on target, I think.

15.5.08

Color

A digitally modified photo for "color" at Two for Tuesdays.

Short ghazal honoring spam

I remember a time long ago when spam
was something one wouldn’t eat.

Since those good old days spam
has become something other than fatty meat.

Every day now I find loads of spam
in my mailbox. Oh what a treat!

– Felix Morgenstern (© 2008)

Written in response to Mad Kane's Email Hell invitation for limericks and haikus about that lovely new age scourge – spam. Well, I have to sheepishly admit that I neither have limerick nor haiku to offer but something more similar to a very short ghazal.

14.5.08

A spammer ...

has usurped BlogFriday's "clever" theme, spamming it with what looks like over 100 "contributions" from such fanciful non-entities as hamilten, osvald, ulemah, salaliah, nigiel, pavelik, olujimi, jeriel, melodie, oxleigh, udiyah, special, shauna, frytzi, rozeana, eiddwyna, meygyn, germayn, etc.

What a collection of angels! They all seem to have one thing in common – they refer to pages hosted by www.freewebs.com that advertise the usual spammer crap or offer downloads that will most likely do wonderful things to people's PCs.

The proper designation for the mastermind behind this kind of attack refers to a specific opening in a lower body part.

Lou-Anne's Love Life

“What’s this?”
“A scratch.”
“From what?”
“Necking.”
“With whom?”
“Jamie.”
“That’s the third one this week!”
“Good average, isn’t it?”

– Felix Morgenstern

Written using this week’s 3WW words average, neck and scratch.

10.5.08

Invitation to kiss a prince

Here I sit gathering moss.
Come on girls, don’t be at a loss:
Bring the prince salvation,
release him from ancient damnation.
One little kiss is all it takes –
your life from now on will be champagne and cakes.

– Felix Morgenstern (© 2008)

Totally Optional Prompts is all about transformation – just like this picture and text accompaniment.

8.5.08

Cautious human maybe

As a cautious
example of the species
you won't be nauseous

But maybe
just to be human
you should act like a baby

at times, and taste
strange stuff -
until you have enough

– Felix Morgenstern

Advice with the ingredients cautious, human and maybe from 3WW not to be taken too seriously.

3.5.08

Why coffee is good for you

BlogFriday's word of the week is stupid.
The word made me think of this magnet
I've had on my fridge for years.
I still like my coffee as much as ever.
I've done some mighty stupid things
in my life, some with amazing
speed and energy.

– Iself

1.5.08

Blessed ignorance

I wish I weren’t so ignorant!
Then I would know lots more.

I might possibly be less arrogant,
knowing what and what not to ignore.

– Felix Morgenstern (© 2008)

Written for BlogFriday, where the weekly word is ignorant.

Was wär er, trüg er heißeres Verlangen?

Na, vielleicht der Autor eines heißeren Gedichts als der folgenden platonischen – pardon platenschen – Saga von den mysteriösen Anderen, Jenen und gar gefährlichen Schützen:

August von Platen (1796-1835)
Was will ich mehr, als flüchtig dich erblicken?
Was wär ich, trüg ich heißeres Verlangen?
In welche Netze würd ich, wenn ich hangen
An deinem Auge bliebe, mich verstricken!

Was will ich mehr noch, als ein eilig Nicken?
Es würden deine Worte mich befangen:
Vom Schützen wird ein Vogel rasch umgangen,
Wenn mehr er will, als an der Kirsche picken.

Wohl mögen Reize, die so ganz dein eigen,
Den Wunsch der Sehnsucht in den Andern wecken,
Sich dir zu nahn und dir ein Herz zu zeigen.

Ich werde nur, wenn Jene sich entdecken,
Vor deiner Schönheit huldigend mich neigen,
Nicht eine Silbe soll dein Ohr erschrecken!
Ja, in welche Netze hätte er sich da wohl verstrickt! Wir werden es leider nie mehr erfahren. Denn diese Netze wären vermutlich ganz interessant gewesen.

Dieses Gedicht gehört von der Thematik her zur Shakespeareschen Gruppe Viel Lärm um nichts.

Nicht eine Silbe hat unser Ohr erschreckt,
das hat der Autor wohl bezweckt.

– Iself

Empört über die schofele Kritik oder gar angetan von Platen? Titel dieses Klassikers sind im Buchhandel oder Online-Buchhandel, z.B. Amazon, erhältlich.

selbst behand lung

beim blättern in einem band
deutscher dichte seit fünf
und vierzig

hatte ich vor eins zu wählen
das gut mir gefiel

nur passte keins zu meiner
stimmung des moments

so dass ich fand ich müsste
eins schreiben in kleinen

lettern und nur mit wörtern
mit nicht mehr als zwei

silben um etwas anders zu sein
zur kur und zum ziel

– Iself (© 2008)

30.4.08

Ignored on poetry highway


Beware of the emptiness
of poetry highway

Millions of poets
are on the road unnoticed

Waiting for the occasional
reader trap

– Iself

Occasionally given to the feeling of being ignored on the highway. Written using the three words empty, ignored and highway, today's gift from 3WW.

26.4.08

Ode to one who loves her sleep

Do not tamper with my temper,
she said,
never wake me up
when I’m asleep in bed.

Men a lot braver than you
have tried,
with the result
that I had their hide.

My temper when wakened is like
the wrath of a god,
it scathes, it burns,
it kills at a wink and a nod.

The wounds I inflict
with my nails run deep.
Therefore do not, I repeat,
wake me up when I sleep.

– Felix Morgenstern (© 2008)

Once again I could not resist a prompt from Mad Kane, this time for temper, temper.

Click here for the Morgensterns' collected literary crimes in English and German.

25.4.08

Field theory, breathing and projectile verse

The other day, while dusting my shelf, I came across Charles Olson’s Selected Writings and started rereading his essay (if it can be called that) on what he thought poetry should be like.

I’m not very good at remembering abstract details, but I recall a few of his keywords, such as field, breath and projective.

Once again I feel compelled to illustrate theory to myself by practice, i.e. by living it.

The following poem practices everything Olson mentions.


Three Breathy Fields


FIELD 1

It is an open field, unhindered by obstacles.

Not even a cow projects from it.

(Actually, I should remove the periods at the ends of the lines to achieve openness, and it surely won't hurt to move the subfields or breath units about a bit)

It is an open field, unhindered by obstacles

Not even a cow projects from it

FIELD 2

Here I practice breathing. Everything I write should be spoken in one breath. It should be spoken without breathlessness, however. Since that’s a double negative, I’ll put it positively: It should be spoken with breathness. Still with me in the same breath?


FIELD 3

Is like Neil Young’s field of opportunity, where "it’s ploughing time again"

.
.
.

This field is left open for your convenience, to plough things in, under or over. Fill it with breath, openness, projectiles, whatever. But remember not to damage the screen in front of you.

This ends today’s occupation with Charles Olson’s projective field and breath theory. Perhaps I shall return for another lesson soon. Await it with baited breath.

24.4.08

Relief for ED patients

To all those suffering from ED (Excessive Dishonesty), primarily politicians:

Do not despair! This new drug has helped Mrs. Clinton and is bound to help you:

Click on picture to display full size.

22.4.08

About my favorite color

My favorite color is red;
on chilly nights I wear
red socks in bed.

When it gets warm outside,
I take my bike out
for a ride.

Its color, as you might have
guessed, is red
cause that’s the best.

Red also rhymes
with daily bread;
it’s what we pray for
and what keeps us fed.

My grandpa’s car is red,
and what a life that man
has led!

In winter red is very good
because it is on
Santa’s hood.

Some roses are red,
and those are said
to best impart
the love in one’s heart.

To make my color poem full:
please do not wave
red at a bull.

– Felix Morgenstern (© 2008)

Posted for Colorful Poetry at The Miss Rumphius Effect and Color at One Single Impression.

A picture of health


Strapping – sapping –
succulently muscled –
well-padded

– Iself (© 2008)

Written upon instigation by Mad Kane's Healthy Verse.

Notes
This little ditty demonstrates that it is possible to write using exclusively adjectives and adverbs.
The picture shows Jeffrey Hudson (Lord Minimus, 1619-1682).

21.4.08

Ancient Wisdom

If the terrain is rough
but you need to get across,
look for a gap in the rock.

– Chief Glory Horse

(aka Iself)

This ancient wisdom was retrieved in response to the request for literature with “gap and/or rock” (Two for Tuesdays IX).

20.4.08

My favorite triumph

My favorite kind of triumph is
neither military nor literary.
It's British, old-fashioned and
esthetically very pleasing.

Writers Island invited contributions on the topic of triumph.

19.4.08

Counting to four

This land is flat,
my nanny is a rat,
my sister is a gnat,
and you are fat!


– Felix Morgenstern (© 2008)

Inspired by BlogFriday’s invitation to write on the topic of “flat”.

15.4.08

Meine Frauen verlassen mich

Zuerst die Soni,
die war Goldes wert,
schwirrt ab
mit ihrem Freunde,
hat neulich hier
ihr Haus geleert.
Die Ton- und
Bildkassetten,
die sie von mir
bekommen, die
hat sie einfach
mitgenommen.

Nun auch Francesca,
rabenschwarze
Locken, römisches
Profil. Ach,
sie bedeutete
mir viel. Mit ihr
fand manches
Spiel in meinen
Gedanken statt.
Und jetzt geht sie
nach Ingolstadt.

So brechen mir
meine Lieben entzwei –
eh etwas begann
ist’s schon vorbei.

– Felix Morgenstern (© 2008)

10.4.08

Regenreicher April ... mit Klabund

Als Begleitung und Ausgleich zu diesen regnerischen Apriltagen passt dieses wunderbar leicht gesponnene Gedicht von Klabund ganz hervorragend:

Regen

Der Regen rinnt schon tausend Jahr,
Die Häuser sind voll Wasserspinnen,
Seekrebse nisten mir im Haar
Und Austern auf des Domes Zinnen.

Der Pfaff hier wurde eine Qualle,
Seepferdchen meine Nachbarin.
Der blonde Seestern streckt mir alle
Fünfhundert Fühler zärtlich hin.

Es ist so dunkel, kalt und feucht.
Das Wasser hat uns schon begraben.
Gib deinen warmen Mund - mich deucht,
Nichts bleibt uns als uns lieb zu haben.

– Klabund (1890-1928)

Verschiedene, gesammelte und auch sämtliche Werke von Klabund sind im Buchhandel oder Online-Buchhandel, z.B. Amazon, erhältlich.

9.4.08

Active

A section of Glyph13

Active bloggers
can deliver even
funner glyphs


– Iself

again – in not the deepest poetic mood – inspired by a word (active) from BlogFriday, contributing to the world's fake haikus.

6.4.08

Heinrich von Morungen (um 1200)

Vielsüße sanfte Töterin,
warum wollt Ihr töten mir den Leib,
wo ich Euch doch so herzlich liebe,
fürwahr, Herrin, über alle anderen Frauen?
Wähnet Ihr ..., wenn Ihr mich tötet,
dass ich Euch dann nimmer mehr anschaue?
Nein, Eure Liebe hat mich dazu genötigt,
dass Eure Seele meiner Seele Herrin ist.
Soll mir hier nichts Gutes geschehen
von Eurem werten Leibe,
so muss Euch meine Seele eingestehen,
dass sie Eurer Seele dienet dort als einem reinen Weibe.

Ins Neudeutsche gebracht von Johannes Beilharz, der dazu schreibt:
Dieses Gedicht schwirrte mir neulich per Lyrikmail ins Haus, und zwar im Original und einer modernen deutschen Fassung, die zwar den Inhalt wiedergab, mir aber weder sprachlich noch emotional adäquat schien. So dass ich mich gedrängt fühlte, mich an einer eigenen Version zu versuchen – und dabei möglichst nahe am Original und gleichzeitig verständlich zu bleiben.
Vil süeziu senftiu tôterinne,
warumbe welt ir tôten mir den lîp,
und ich iuch sô herzeclîchen minne,
zewâre, frouwe, gar für elliu wîp?
Wênet ir ... ob ir mich tôtet,
daz ich iuch danne niemer mê beschouwe?
Nein, iuwer minne hât mich des ernôtet
Daz iuwer sêle ist mîner sêle frouwe.
Sol mir hie niht guot geschên
Von iuwerm werden lîbe,
sô muoz mîn sêle iu des verjên
daz si iuwerer sêle dienet dort als einem reinen wîbe.

Über Heinrich von Morungen, einen der großen Lyriker des hohen Mittelalters, ist nur bekannt, dass er um 1200 lebte und möglicherweise aus einer thüringischen Familie des niederen Adels stammte.

Youth suspected in banana store hold-up beaten by police officer

Lieutenant Shylock Enrique García of the Fuentecarral Police Force was no myrmidon by any means – just a little incapacitated in the conscience department and somewhat frozen in earlier history when the softening-up of suspects was routine preparation to elicit some useful answers.

– Iself

Written upon inspiration by Raven’s Week 7 Mini Challenge. The words frozen, history, myrmidon, Shylock and incapacitated were to be used.

Thank you, Raven, for getting me acquainted with the word myrmidon.

1.4.08

Christian Wagner | Rosenlandschaft

Du

Da du getreten in mein Leben ein,
Da wich die Nacht dem hellen Morgenschein;
Weit offen stand des Himmels festlich Tor,
Und eine Rosenlandschaft stieg empor

Christian Wagner (1835-1918)

Von Christian Wagner sind im Buchhandel erfreulicherweise etliche Bücher erhältlich. Auch online, z.B. bei Amazon.

26.3.08

Errol Hinston for Ruby Tuesday

Our contribution to the meme started by Leonard Blumfeld at World So Wide is an outstanding poetic version of the Rolling Stones song by French rock group Errol Hinston (courtesy of Youtube). The video stars band member Brenda Claude Esserteau featuring eclectic intonation and pronunciation:

24.3.08

A near-miss haiku

So I was on my way to the store close-by,
only to find out, once I got there, that it was closed.
Well hell, I thought, that saved me some money coz I’s about to buy me some clothes.
That’s what I call a close call
and less wear on the clothesline.

Written upon instigation by BlogFriday – seeking submissions for the word ‘closed.’ This haiku with its syllabic structure of 11 / 13 / 19 / 7 / 7 is not the only thing that’s a amiss here. Or a close call.

– Iself

in a not so sincere writing mood.

15.3.08

Die Ballade vom Fliegenpilz

Ein Fliegenpilz
gedankenversunken im Walde stand.
“Ich will’s”,
dacht’ er für sich im Sand,

und meinte damit
auf Flügeln das Fliegen.
Ein dienstbarer Geist der hörte mit
und wollte ihm obliegen.

Von Tälern und Hügeln
kamen sie ihm zugeflogen
zuhauf auf ihren Flügeln.
Ganz ungelogen:

Schon mancher, dem das Glück gelacht,
wurde anders beschenkt als er gedacht.

– Felix Morgenstern (© 2008)

14.3.08

I cannot explain it

I smoke, and the mirror
shows no smoke

In fact, the mirror
shows neither my pipe
nor my hand holding it

In fact, my face
and I
are missing as well

– Bhoot (© 1898)

Note
I pulled out this poem by my close friend Bhoot because Totally Optional Prompts' theme Smoke and Mirrors reminded me of it.

13.3.08

Microsoft Lottery (?)

We all know that Bill Gates is one of the shrewdest people on earth when it comes to sniffing a buck against the wind. It is also known that he's a great philantropist, redistributing oodles of his software user-earned $$$ to cancer research, etc.

What's little known is that he's gone senile and started the Microsoft E-Games Promotion Award, of which I am a lucky consolation prize winner, as I've been informed by e-mail this very morning. Yahoo! I've been approved to win an incredible 500,000 £.

All I need to do to collect is send all my essential data, including my mobile phone no. and a copy of an ID, to Bill Gates' trusted friend and caretaker Paulson Depp at the following highly official e-mail address:

mr.paulsondeppclaimmanager@hotmail.com

I'm sure Mr. Gates' generosity doesn't stop with me. I think that you, dear reader, also have the best chances of having won this award and should claim it just like me. So, despite all the severe warnings below, I've decided to let you in on this. Here's the text of the e-mail with all the details on how to go about cashing in:

Microsoft E-Games Promotion Award
20 Craven Park Harlesden
London NW10,
United kingdom.
Registered No: N.I 24284
***************************
Dear Consolation Prize,

CONSOLATION PRICE WINNING NOTICE

This is to inform you that you email have won a prize money of(500,000.00)Five Hundred Thousand Great British Pounds Sterling for the month of March,2008 E-game promotion Award which is organized by Microsoft Windows Inc. Your email address attached to the ticket winning number:MCPA09788 that drew the lucky winning number, which consequently won the Microsoft E-games promotion Award in the second category,in four parts.You have been approved for a payment of 500,000.00 Great British Pounds Sterling (FIVE HUNDRED THOUSAND GREAT BRITISH POUNDS) in cash credited to file reference number:MIC/WS68768P/68. This is from a total cash prize of FIVE MILLION GREAT BRITISH POUNDS Shared among the ten international winners that won the second categories.All participants were selected through a Multi international computer ballot system drawn from 98,000(Ninety eight thousand) names of email users around the world,as part of our international promotion programme.Due to mixed up of some names and addresses, we ask that you keep this award personal, till your claims has been processed and your funds remitted to you. This is part of our security measures to avoid double claiming or unwarrantedtaking advantage of the situation by other participants or impersonators.
****************************
PAYMENT OF PRIZE AND CLAIM
****************************
You are to contact this office for further instruction on how to claim your prize with this information.
WINNING INFO:
Amount Won:500,000.00 Great Britain Pounds Sterling.
Batch Number: 0094/AM6880
Winning Number: MCPA09788
Reference Number: MIC/WS68768P/68
****************************
CLAIM DEPARTMENT OFFICE
****************************
Claims Manager: Mr Paulson Depp
Office via Email: mr.paulsondeppclaimmanager@hotmail.com
Office Contact Number + 44-704-572-5696
Winners Care Line : + 44-703-184-6783

Note: The Verification and Claims form should be filled and sent to the e-games promo award manager who will immediately commerce process to facilitate the transfer of your fund to you. For security reason you are advice to keep your winning information confidential till your won price is processed andtransferred to you. This is part of our precautionary measure to avoid double claiming and unwarranted abuse of this program. Please be warned.
***************************************************************
WINNER'S VERIFICATION FORM AND CLAIM'S INFORMATION
**************************************************
First Name.:
Middle Name.:
Last Name.:
Gender.:
Month Of Birth.:
Age.:
Marital Status.:
Nationality.:
Religion.:
Occupation.:
Address 1.:
Address 2.:
City.:
Country.:
State/Province.:
Zip Code.:
Mobile phone No.:
House Phone No.:
Fax No.:
Email Address.:
WINNING INFORMATION
Batch Number.:
Number.:
Reference Number.:
A Scanned copy of a valid identification card should also be attached (either an International passport or Driver's License) and send with the listed information for claims of your won prize.
*************************************************************
Winners Shall be paid in accordance with his/her Settlement Centre.Microsoft E-games Promotion Prize must be claimed no later than 15 days from date of Draw Notification,that is after the Draw date in which Prize was won.Any prize not claimed within this period will be forfeited.Once again congratulations from the management of the Microsoft E-games Promotion on your consolation price winning,we hope that you will use the winning for good cause.

Congratulations!! once again.
Yours in service,
MR. Silviu Hotaran
(General Manager Europe)
POWERED BY MICROSOFT WINDOWS.
***************************************************************
CONFIDENTIALITY STATEMENT: The document accompanying this transmission may contain confidential health information that is legally privileged.This information is intended only for the use of the individual or entity mail address above.The authorized recipient of this information is prohibited from disclosing this information to any other party unless required to do so by law or regulation and is required to destroy the information after its stated need has been fulfilled.If you are not the intended recipient, you are hereby notified that any disclosure,copying,distribution, or action taken in reliance on the contents of these document is strictly prohibited.If you have received this information in error,please notify the sender immediately and arrange for the return or destruction of these document.

©2008 Microsoft Corporation.All rights reserved.

6.3.08

Image

My soul mate’s soul is like delicate silver,
Two lissome white seagull wings
Her feet,
And in her dear blood
Rises a blue intimation
Of things
All miraculous

– Peter Hille

English version by Johannes Beilharz, who writes:
In this translation I deviated quite noticeably from the German original, e.g. by avoiding the second person address and using third person instead ("her"), with the intention of rendering more the feeling of Peter Hille's poem or its inner intention, as I experienced it, than the actual words.
Peter Hille (1854-1904) traveled widely in England, Holland and Italy before settling in Berlin, where he became friends with Detlev von Liliencron (Germany's leading impressionist poet), Richard Dehmel, Rainer Maria Rilke, Otto Julius Bierbaum and Else Lasker-Schüler (who mystified him in her Peter Hille book of 1907). Lived most of his life in poverty, helped by friends. The Rowohlt Literaturlexikon 20. Jahrhundert (1971) calls him "the fragmentist of impressionism, who succeeded in recording momentary sensual and psychic impressions in an idiosyncratic manner." Along with Lasker-Schüler, he is also considered a precursor of German expressionism.

4.3.08

Peter Hille: Abbild

Abbild

Seele meines Weibes, wie zartes Silber bist du,
Zwei flinke Fittiche weißer Möwen
Deine beiden Füße,
Und dir im lieben Blut auf
Steigt ein blauer Hauch,
Und sind die Dinge darin
Alle ein Wunder.

– Peter Hille (1854-1904)

Von und über Peter Hille sind im Buchhandel und Online-Buchhandel, z.B. Amazon, etliche Werke erhältlich.

2.3.08

Distant greeting by telephone

I call you on the telephone:
Good morning! – How are you, my dear?
I’m listening to your voice’s tone.
It’s lovely, soothing and so very clear.

Through wire I kiss you on your distant ear,
You’re mine – aren’t you, my sweet?
How ever I hurt you when I was near:
Please do forgive me – I entreat!

You’re fine? – Great! – Worried about money?
Never you mind, the cost is not that much.
I have to go now and hang up, my honey.
Next time I’ll write to get in touch.

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Translated from the German (which can be found here) by Johannes Beilharz.

Note
This poem was written in the days when not everybody had a telephone and definitely before the advent of free local calls or flat rates. If Ringelnatz were alive today, he'd have to rethink and write about wireless communication and e-mail. No doubt he would.

Copyright of translation by Johannes Beilharz 2008.

28.2.08

Ringelnatz telefoniert


Telefonischer Ferngruß

Ich grüße dich durchs Telefon,
Guten Morgen, du Gutes!
Ich sauge deiner Stimme Ton
In die Wurzeln meines Mutes.

Ich küsse dich durch den langen Draht.
Du Meinziges, du Liebes!
Was ich dir - nahe - je Böses tat,
Aus der Ferne bitt ich: Vergib es!

Bist du gesund? - Gut? - Was? - Wieviel? -
Nimm's leicht! - Vertraue! - Und bleibe
Mir mein. - - Wir müssen dies Wellenspiel
Abbrechen - - Nein "dir" Dank! - - Ich schreibe!

– Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Die Gedichte und anderen Schriften von Ringelnatz sind im Buchhandel und Online-Buchhandel, z.B. Amazon, in zahlreichen Ausgaben erhältlich.

26.2.08

Jimmy Cain: Sliver

Me and my dawg Sliver

So I says to my dawg Sliver,
Sliver you know one thang

And Sliver yawns right
in my face and I
don’t like her breath much

But still I tickle her belly,
and Sliver she don’t
say much, just gives me a
quick lick and a blink

That one thang I’m talking about,
I says, is that life’s a bowl
of dog food – it sure stinks,
but I’ll have it in a pinch

– Jimmy Cain (© 2008)

My buddy Jim Cain claims this was inspired by Cafe Writing's February Option 4: Can You Picture That.

The above photo is by Beverly Lussier. Her artist page is here.

24.2.08

Some kind of passion

Passion to last from here to eternity

Momentarily lacking the necessary inspiration to write something myself for Sunday Scribblings' PASSION prompt # 99, I decided to resort to the services of the Love Poetry Generator as my best shot at a poem full of singeing torridity. What you do is enter a number of words in boxes. Here is the result:

M y L o v e

Your skin glows like the orange, blossoms grave as the rose in the purest hope of spring.
My heart follows your oud voice and leaps like a lizard at the whisper of your name.
The evening floats in on a great titmouse wing.
I am comforted by your slip that I carry into the twilight of zipperbeams and hold next to my lips.
I am filled with hope that I may dry your tears of dew.
In the quiet, I listen for the last thud of the day.
My heated mouth leaps to your bosom.
I wait in the moonlight for your secret strap so that we may undress as one, mouth to mouth, in search of the magnificient black and mystical delight of love.

23.2.08

American Life In Poetry

For more than a year now I've been receiving ex-US poet laureate Ted Kooser's weekly poetry columns called American Life in Poetry* by e-mail and have never before been so consistently diametrically opposed to a poetry selection. I've even come up with a generic term for the kind of stuff Kooser tends to choose: clod-stuck poetry. (Also see my earlier post Poetry and Abstraction.)

This poetry is all wheelbarrow. It mostly looks like it's coming from the William Carlos Williams corner of the American poetic tradition, but when Williams said "No ideas but in things," he meant that things needed to be transcended. And this is not happening in much of the work Kooser picks – things remain at the thing level.

*All the poems can be seen here.

– Iself

A historical perspective

These are a few things that happened on February 23s a while ago (courtesy msn encarta):

1847: About 5,000 American troops commanded by General Zachary Taylor defeat some 15,000 Mexicans under General Antonio López de Santa Anna near Buena Vista, Mexico.

Way to go, Santa Anna:

Heave her up, and away we'll go
Heave away, Santianna!
Heave her up, and away we'll go
All on the plains of Mexico

~~~~~~~~~~

1870: Mississippi is formally readmitted to the Union.

~~~~~~~~~~

1934: Casey Stengel, who had previously been the team's coach, becomes the manager of the Brooklyn Dodgers.

Hhmm ... don't see the historical significance of that, but then I've never been that interested in the Brooklyn Dodgers ... or any baseball team for that matter.

~~~~~~~~~~

1940: The Walt Disney animated motion picture Pinocchio, about a wooden puppet who longs to become human, is released.

Pinocchio, as I noticed last night, also puts in guest appearances in Shrek (2001).

~~~~~~~~~~

1945: U.S. Marines capture the highest point on the island of Iwo Jima and raise the American flag for the second time that day.

Clint Eastwood's Letters from Iwo Jima (2006) tells the story of the battle from the perspective of Japanese soldiers who fought in it.

~~~~~~~~~~

1997: Scottish scientists announce what they have kept secret for seven months: that they have cloned adult sheep DNA and produced a healthy sheep who they have named Dolly.

Dolly, who was apparently named after Dolly Parton, lived from 1996 to 2003.

20.2.08

Free from compositional rhetoric


Triadic Memories by Morton Feldman, played by Roger Woodward to abstract expressionist art and French and English spoken gibberish.

Ouw-oo!

"Let me down, let me down!"

"Yahoo! Dumped you in the croop you dirty breek!"

– Iself

Note
Reading about the composer Morton Feldman that he "began graphic works, with open pitch and rhythm, and music 'free from a compositional rhetoric' in early '50s," I decided to write poetry following the same principles. This is the first example of a poem that is free from compositional rhetoric. It is also quite obvious that its pitch and rhythm are open.

Retroactively attributed to Sunday Scribblings #107 – Compose.

Ein Gedicht der dritten Generation

Alpines Einfaltslied

Zithern schnaufen
in den Röcken

Traute Rauferei
an den Füßen
der Flüsse

Wo das Wetter
verschworen

Kuhglocken

(Iself nach Norbert C. Kaser – Original – und Achim Wagner – 2. Generation)

17.2.08

Illusion


Tier & Baum by Johannes Beilharz
Acrylic on paper, 2007

Is it an illusion, or is there something in there ... an animal, a tree?

Posted in response to Inspire Me Thursday's request – "Think magic… optical illusions… mimes… or any other visual trickery that inspires you."

14.2.08

Kristina schätzt die Seele des Mannes

Zuvor war es Maria, nun ist es Kristina, die unter Millionen von unangefordert angeschriebenen Männern, mit denen sie viele gemeinsame Interessen und Hobbys hat, den ihres Lebens (?) zu finden hofft. Ein Bildchen ist auch gleich dabei (siehe unten). Hier nun ihre Worte, die dem sterilen Deutschen neues Leben bezüglich Grammatik, Rechtschreibung und Formulierung einhauchen:

Hallo!
Mein Name ist Kristina Ich hab' mich vor kurzem in diesem Website regestriert, um einen Mann fuer gute Beziehungen kennenzulehrnen.
Ich hab' ihres Info-Profil aufmerksam gelesen, und meine, dass Sie sehr interessanter Mann sind.

Ich hab' gewagt Ihnen zu schreiben, um Ihnen kennenzulehrnen. Ich hoffe, dass Sie mir antworten?))
Ich finde, dass wir viele gemeinsame Interessen und Hobbys haben. Die Schoenheit des Mannes ist fuer mich nichtwichtig.
Ich schaetze die Seele des Mannes, seine Meinung auf Leben, Lebensprioritaeten.
Ich hab zu viel im Leben gesehen und kann meinen Mann gluecklich machen. Ich weiss nicht, ob Sie mir antworten oder nicht! Warum wuerden wir nicht reskieren? Nicht wahr? Ich denke, dass wir alle Chance benutzen muessen, um unseres Glueck zu finden. Das Leben ist zu kurz, um nur dafuer zu leben, dass nachzudenken und zu traemen.
Ich will nicht zu vielueber mich jetzt schreiben. Ich erzaehle kurz, wer ich bin. Ich arbeite, um bequem zu leben. Ich hab' eine akademische Bildung, und ich bin ziemlich intelegent. Es fehlt mir nur an einen Lieblingsmann.
Ich hab' viele Interessen - Musik, Lesen, Buecher, Computer, Filmkunst, Unterhaltung, Sport und viele anderen Sachen, die meines Leben wunderbar machen. Ich mag attraktive Kleidung und Sachen.
Ich kann nicht sagen, dass ich viele Freunden und Freundinnen von mir habe. Ich kenne viele Leute und ich bin sehr kritisch fuer Kommilitonnen.
Freund von mir ist ein Mensch, der alle Schwirigkeiten mit mir ueberlebt. Ich bin gluecklich, dass ich solche guten Kommilitonnen hab'. Ich bin sehr kontaktfreudig, deswegen hab' ich viele Bekannten, mit dennen ich gute Beziehungen hab'. Meine Freunden sagen, dass ich ein huebsches, gutes, charmantes und geselliges Maedchen bin. Es waere alles) Jetzt entscheiden Sie, ob Sie mir schreiben oder nicht) Aber: Schreiben Sie mir bitte meine e-mail: angkristideu@gmail.com

Folgendes wäre noch anzufügen: Kristinas E-Mail kam gar nicht von ihr, sondern von einer Rena Huyhn mit der Adresse tvtdhqi@bmasf.com, und war auch gar nicht an mich adressiert. Da kommt doch auf Anhieb eine Menge Vertrauen zur potenziellen zukünftigen Lebenspartnerin auf!

12.2.08

Der Ton des Tages

Langsame stunden überm fluss

Langsame stunden überm fluss -
Die welle zischt wie im verdruss
Da von dem feuchten wind gefrischt
Ein schein bald blendet bald verwischt.

Wir standen hand in hand am strand
Da sah sie ähren in dem sand -
Sie trat hinzu und brach davon
Und fand auf diesen tag den ton:

Beginnend klang er hell und leicht
Wie von dem ziel das wir erreicht -
Dann ward er dumpfer als sie sang
Vom fernen glück - wie bang! wie lang!

Stefan George (1868-1933)

5.2.08

Auf der Achterbahn

... er welkt, er welkt schon ohne dich
und findet nicht den Weg
- Marjana Gaponenko

Der Weg führt über die Brücke,
dann im Bogen in die Niederung,
ins Tal, den Bach entlang.

Du kommst zur Brücke, schaust
hoch und siehst da einen,
der dich an dich erinnert.

– Johannes Beilharz (© 2008)

GROSSES BÖSES HAIKU

Das GROSSE BÖSE Haiku
macht Hackfleisch aus den
kleinen Geschwistern.

– Johannes Beilharz (© 2008)

Große böse und weit mehr kleine niedliche Haiku sind im Buchhandel oder Online-Buchhandel, wie z.B. Amazon, zu Hauf erhältlich.

31.1.08

BIG BAD HAIKU

This is a BIG BAD haiku,
making mince meat
of its smaller siblings.

– Johannes Beilharz (© 2008)

26.1.08

Unvergängliches von Otto Julius Bierbaum

Ich ... war ... einmal

Oft weiß ich ganz genau: Ich ... war ... einmal;
Ich habe schon einmal all dies gesehn;
Der Baum vor meinem Fenster rauschte mir
Ganz so wie jetzt vor tausend Jahren schon;
All dieser Schmerz, all diese Lust ist nur
Ein Nochmals, Immerwieder, Spiegelung
Durch Raum und Zeit. - Wie sonderbar das ist:
Ein Fließen, Sinken, Untertauchen und
Ein neu Empor im gleichen Strome: Ich
Und immer wieder ich: Ich ... war ... einmal.

Otto Julius Bierbaum (1865-1910)

25.1.08

Das Perlhuhn


Das Perlhuhn

Das Perlhuhn zählt: eins, zwei, drei, vier ...
Was zählt es wohl, das gute Tier,
dort unter den dunklen Erlen?

Es zählt, von Wissensdrang gejückt,
(die es sowohl wie uns entzückt):
die Anzahl seiner Perlen.

– Christian Morgenstern (1871-1914)

Bedauernde Schlussbemerkung
Leider habe ich für dieses Gedicht kein Foto mit dunklen Erlen im Hintegrund finden können. Das wird mich wohl eine Weile jücken.

Eine englische Übersetzung befindet sich hier.

Gedichte und sonstige Werke von Christian Morgenstern sind in zahlreichen Ausgaben im Buchhandel und Online-Buchhandel, z.B. Amazon, erhältlich.

14.1.08

Tugend und Laster | zum 100. Todestag von Wilhelm Busch

Ach, ich fühl' es

Ach, ich fühl' es! Keine Tugend
Ist so recht nach meinem Sinn;
Stets befind' ich mich am wohlsten,
Wenn ich damit fertig bin.
Dahingegen so ein Laster,
Ja, das macht mir viel Pläsier;
Und ich hab' die hübschen Sachen
Lieber vor als hinter mir.

– Wilhelm Busch (15.4.1832-8.1.1908)

Die Werke von Wilhelm Busch sind erfreulicherweise im Buchhandel und Online-Buchhandel, z.B. Amazon, in verschiedenen Ausgaben erhältlich.

11.1.08

The state of the art in automatic translation

Wenn die Minni
im Bikini
in der Sonne sitzt
und der azurblaue Himmel niederblitzt,
dann stehn die Nachbarjungs am Zaun
und sehn: die Minni wird ganz braun

– Felix Morgenstern

Google's automatic translation of this ditty:

If the minni
in bikini
sitting in the sun
and the blue sky niederblitzt,
then stand on the nachbarjungs zaun
sehn and the Minni is quite brown

As anyone lightly conversant in German and English can tell, Google's translation skills are mostly distinguished by a great potential for improvement.

Is Babelfish any better? Here's its result:

If the Minni
in the bikini
sits in the sun
and the azure sky down-flashes,
then stehn neighbour-young at the fence
and long: the Minni becomes completely brown

OK, so Babelfish knows a few more German words than Google, but still:

Alleluia, us human translators won't run out of work if this is the state of the art in automatic translation...

10.1.08

Bruce Willis und eBay - Stirb langsam 4.0 auf Schwäbisch



Von Stirb langsam gibt es mittlerweile vier Auflagen, erhältlich z.B. bei Amazon. Und eBay gibt es - wo sonst? - bei eBay.

5.1.08

Emily Dickinson, Gedicht Nr. 479

Sie teilte hübsche Worte aus wie Klingen –
Wie sie doch glitzerten und funkelten –
Und jedes davon traf einen Nerv
Oder tändelte mit einem Knochen –

Nie hätte sie gedacht, sie könnte verletzen –
Das ist nicht Sache des Stahls –
Eine ordinäre Fratze im Fleisch –
Wie schlimm’s doch diese Kreaturen nehmen –

Der Schmerz ist menschlich, keine Höflichkeit –
Der Film auf dem Auge
Alter Brauch der Sterblichkeit –
Einfach das Schließen – hin zum Tode.

Ins Deutsche übertragen von Johannes Beilharz

Deutsche Übertragung von poem 479 von Emily Dickinson, Copyright © 2007 Johannes Beilharz.

Von und über Emily Dickinson gibt es auf Deutsch eine erstaunlich breite Auswahl von Werken. Siehe z.B. Amazon.

Emily Dickinson, poem 479

She dealt her pretty words like Blades —
How glittering they shone —
And every One unbared a Nerve
Or wantoned with a Bone —

She never deemed — she hurt —
That — is not Steel's Affair —
A vulgar grimace in the Flesh —
How ill the Creatures bear —

To Ache is human — not polite —
The Film upon the eye
Mortality's old Custom —
Just locking up — to Die.